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Der Verein „Österreichische Gesellschaft für Kinderschutz Medizin (ÖGKiM)“ ist eine Dachorganisation und vereint die österreichischen Kinderschutzgruppen. ÖGKiM hat den Sitz in Wien an der Kinderklinik, das Präsidium setzt sich aus 7 Vertreter*innen der Bundesländer und der im Kinderschutz vertretenen Gesundheitsberufsgruppen zusammen. Der Vorstand der ÖGKiM besteht aus je 2 VertreterInnen der Kinderschutzgruppen aus jedem Bundesland und die Tätigkeiten erstrecken sich auf ganz Österreich.

Die Aufgabenfelder umfassen:

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die Vernetzung, Nennung und Aktualisierung der Kinderschutzgruppen in Österreich und die jährliche Ausrichtung einer Jahrestagung
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die Etablierung vergleichbarer Dokumentationsunterlagen und fachspezifischer Checklisten
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die Standardisierung von Ausbildung und Fortbildung
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die Planung einer aktiven ärztlichen Unterstützung der Kinderschutzgruppen mit 24h/7d telefonischer Erreichbarkeit
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den Aufbau eines österreichweiten Registers für Kinderschutzfälle
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gemeinsame Forschungsprojekte
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die enge Zusammenarbeit mit Gesundheits- und sozialen Einrichtungen, der Polizei und Justiz sowie den zuständigen sozial- und gesundheitspolitischen Behörden.
Liebe Mitglieder und liebe Freunde der Österreichischen Gesellschaft für Kinderschutz Medizin!

Ich freue mich Ihnen die noch junge Gesellschaft für Kinderschutz Medizin (ÖGKiM) vorstellen zu dürfen und lade Sie herzlich ein unsere Homepage durchzusehen und sich selbst ein Bild von den Aktivitäten zum Thema Kinderschutz zu machen.

Kinder und Jugendliche sind meist die stillen und übersehenen Opfer von Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung.  Die Folgen sind oft nicht nur körperlich verheerend, das seelisches Leid ist unendlich und die psychischen Spätfolgen meist nicht mehr gutzumachen.

Deshalb gibt es die Kinderschutzgruppen in den Krankenhäusern seit 2004 gesetzlich verpflichtend (Grundsatzbestimmung im Krankenanstalten- und Kuranstaltengesetz (§ 8e, BGBl. I Nr. 37/2018) und diese übernehmen eine zentrale Aufgabe in den Abläufen bei Verdacht auf Kindesmisshandlung, Kindesmissbrauch und Vernachlässigung.

Dies bedeutet eine enorme Verantwortung von Seiten der Ärzteschaft und Gesundheitsberufe in den Krankenanstalten, insbesondere wenn der Verdacht auf körperliche oder psychische Misshandlung, sexuellen Missbrauch oder Vernachlässigung besteht, aber hierfür Ausbildung, Erfahrungen undKenntnisse nicht entsprechend gegeben sind. Die Kinderschutzgruppen versuchen rasch zu handeln, entsprechend Spuren zu sichern, abzuklären und zu behandeln. Grundlagen sind Ausbildung, standardisierte Abläufe und Dokumentation sowie die Meldung an die Kinder- und Jugendhilfe oder die Anzeige an die Polizei. Um dieses umfassende Angebot in den Notfallambulanzen rund um die Uhr bieten zu können, braucht es erfahrene und ausgebildete Teams im Kinderschutz, die man hinzuziehen kann und die rasch unterstützen.

Um dies gemeinsam in Österreich umsetzen zu können, wurde 2019 die Österreichische Gesellschaft für Kinderschutz Medizin (ÖGKiM) gegründet. Wir konnten unsere Eröffnungsveranstaltung am 13.9.2019 am Campus der Universität Wien (altes AKH) feiern und Eröffnungsworte wurden in Vertretung für das Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz von Dr. Magdalena Arrouas und in Vertretung des Stadtratbüros für Gesundheit von Dr. Kurt Wagner, vom Rektor der MedUni Wien, Prof. Markus Müller, von der Ärztlichen Direktorin des AKH, Prof. Dr. Gabriela Kornek und der Pflegebereichsleitung des AKH, Sabine Wolf gesprochen.

Die Österreichische Gesellschaft für Kinderschutz Medizin (ÖGKiM) soll als übergeordnete Struktur  die bisher sich selbst überlassenen Kinderschutzgruppen verstärkt einbinden und eine Service- und Dokumentationsstelle bieten, die sich um eine fundierte Ausbildung und praxisnahe Fortbildung kümmert, standardisiserte österreichweite Dokumentationsunterlagen zusammenstellt und eine aktive Unterstützung allen pädiatrischen, kinderpsychiatrischen, kinder- und unfallchirurgischen Abteilungen gewährleistet, die bei Verdacht auf Kindesmisshandlung,  Kindesmissbrauch und Vernachlässigung rasch und kompetent Antworten erhalten. Dies sollte nach Möglichkeit für 24 Stunden /7 Tage angeboten werden.

Ziel ist es nun viele Mitglieder, Interessensvertretungen und Förderer zu finden, die gemeinsam mit uns um ein sicheres und gewaltfreies Aufwachsen für alle Kinder und Jugendlichen kämpfen. Wir dürfen nicht wegschauen, wir müssen jene stärken, die eine gewaltfreie Erziehung alleine nicht schaffen, müssen ein Sprachrohr für alle Kinder und Jugendlichen sein, denen Gewalt angetan wird und uns für eine rasche, unbürokratische und effiziente Behandlung für alle betroffenen Kinder und Jugendlichen einsetzen.

Wir stehen dafür die Zukunft der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen gewaltfrei und sicher zu machen!

Wien, am 08.01.2021
Prof. Dr. Susanne Greber-Platzer, MBA
Präsidentin ÖGKiM
Klinikleiterin der Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde Wien